Schweizerisches Landesmuseum, ein Denkmal in Gefahr

 

 

Offener Brief an die Stadtpräsidentin von Zürich, Frau Corine Mauch

 

Betrifft: Landesmuseum

 

Zürich, im August 2009

 

Sehr geehrte Frau Mauch,

 

seit Jahren bereitet uns das Landesmuseum einen sommerlichen Donnerlärm, der alles in allem bis gegen zwei Monate dauern kann. Sämtliche Vorsprachen waren vergeblich, deshalb widme ich mich während der lärmigen Zeiten dem Landesmuseum selber, dessen Erweiterung bevorsteht. Ich werde zunächst auf das Kunstmuseum Winterthur eingehen, dann zum Landesmuseum wechseln, dann auf Zürich und die Schweiz zu reden kommen.

 

Kunstmuseum Winterthur

 

1980 schrieb Winterthur einen Wettbewerb für die Erweiterung des Kunstmuseums aus, über 270 Architektenbüros nahmen teil, alles was Rang und Namen hatte, das Projekt Long John gewann und sah vor, dass der Haupttrakt hinter der Fassade des Eingangs abgebrochen und durch einen breiteren und längeren Anbau ersetzt würde. Mir gefiel der Jugendstilbau von Rittmeyer & Furrer, besonders die oberen Säle die im Licht schwimmen, ich befasste mich mit dem Bau und fand eine schöne geometrische Idee: die Anlage war aus dem Quarat-Gitter 4x4 hergeleitet worden, das feinere Gitter 12x12 gab die musikalischen Proportionen vor, das Gitter 16x16 die statischen Elemente, die beiden Gitter trafen sich im noch feineren Gitter 48x48, und das feinste Gitter 144x144 definierte kleinere architektonische Elemente. Die Anlage des Gebäudes bildet eine in sich geschlossene Einheit, welche auf das nahe Rathaus von Semper Bezug nimmt: während dieses auf der Quinte 3:2 basiert, so das Museum auf der Quarte 4:3. Ich schickte meine Studien dem damaligen Direktor des Museums, Felix Baumann, er gab sie dem Stadtbaumeister weiter, Long John wurde nicht realisiert, es gab einen Aufruhr in der Architekten-Szene, rund zehn Jahre später kam es zu einem neuen Wettbewerb, Guyer und Guyer gewannen und bauten ein elegantes, bescheidenes aber funktionales Gebäude über dem Parkplatz, mit lediglich einem Steg ins Museum, die Einheit des alten Baus blieb gewahrt, ein Stück Schweizer Kulturgeschichte ist gerettet.

 

Landesmuseum Zürich

 

Die geplante Erweiterung des Landesmuseums hat mir von Anfang an missfallen, weil sie den schönsten Anblick des grossen Gebäudes, nämlich vom Park her, verstellen würde. Im Sommer 2006 war der Lärm im Hof des Museums lauter denn je, also nahm ich mir das Landesmuseum vor.

 

Was ich fand war unerwartet, eine sehr schöne Idee: Das Gebäude symbolisiert die Alte Schweiz, der Park die Neue Schweiz unter dem Einfluss von Frankreich und England. Das 19. Jahrhundert war gezeichnet von der Spannung zwischen der alten Agrargesellschaft im Süden und der Industrialisierung im Norden. In den USA führten diese Spannungen zu einem schweren Bürgerkrieg, in der Schweiz zu dem kurzen Sonderkrieg, der nur wenige Opfer forderte. Der junge Freisinn erneuerte die Schweiz und schaffte den Ausgleich, was in der Anlage des Landesmuseums gefeiert wurde, augenfällig im schönen Anblick des Gebäudes vom Park her, geometrisch im Verbund des alten Fusses, gemittelt auf 30 Zentimeter, und des neuen Meters, eingeführt von Frankreich. Diese Kombination von altem und neuem Mass findet sich durchgehend, auch im gepflasterten Bereich des Eingangs, mit emblematischer Bedeutung, Das Landesmuseum in seiner gegebenen Form, mit dem Park, die symbolisch bedeutsame wie auch augenfällig erlebbare Einheit von Gebäude und Park, ist ein Denkmal für den Freisinn. Eben dieses Denkmal ist in Gefahr, die geplante Erweiterung würde den schönen Anblick vom Park her verstellen.

 

Einen Teil meiner damaligen Arbeit zum Landesmuseum (ohne die geometrischen Analysen, diese würden mehr Platz einnehmen) finden Sie online:  www.seshat.ch/home/lmu.htm  Ich sprach mit etlichen Leuten über das Landesmuseum und den Park, sie begrüssten meine Interpretation, konnten sie sehr gut nachvollziehen, und wünschen mir Glück mit meiner Arbeit.

 

Inzwischen wurde die neue Dauerausstellung eröffnet. Die schrägen Einbauten verschwenden viel Platz. Es ist nur noch ein Teil des früheren Ausstellungsgutes zu sehen, dafür muss man viel lesen. Die grosse Leistung des jungen Freisinns ist nicht gebührend gewürdigt, und das Denkmal dieser Leistung, nämlich die Anlage des Museums selber, die Einheit von Park und Gebäude, ist in Gefahr. Auch die Aktivdienst-Generation kommt schlecht weg mit dem grossen Rad, welches die Mythen der Schweizergeschichte im Sinn einer Gebetsmühle ironisiert: die Entbehrungen dieser Generation waren real und haben, eingebettet in die genialen Strategien von General Guisan, unsere Freiheit erhalten.

 

Da will ich weiter ausholen. General Guisan wird verübelt, dass er seine Truppen im Frühling 1940 in und um Basel und Zürich zusammenzog, wo sie leicht hätten geschlagen werden können, und sie dann in den Alpen verschanzte und so die Bevölkerung preisgab. Beides war wohl bedacht. Die Deutschen hätten Basel und Zürich ohne weiteres einnehmen können, aber ein Angriff hätte das Leben vieler gut ausgebildeter Fachleute gekostet, welche in der Schweizer Milizarmee ihnen Dienst versahen, und ein Teil der Infrastruktur, welche den Wert unseres kleinen Landes ausmacht, wäre ebenfalls zerstört worden. Der Rückzug ins Reduit war mit geplanten Sabotageakten verbunden. Die beiden Strategien besagten: Ihr könnt uns einnehmen, ohne Zweifel, aber wir leisten Widerstand, ihr müsst viele von unseren gut ausgebildeten und aufeinander eingespielten Fachleuten töten und die Städte bombardieren. Die Schweiz ist ein Uhrwerk, in dem viele Rädchen ineinandergreifen. Ihr könnt sie zertreten. Aber was bliebe? Ein armseliges Häufchen Scherben und Rädchen und Federchen und verbogener Zeiger … Die Botschaft ist angekommen, die Deutschen drehten ab. „Die Schweiz das kleine Stachelschwein / Nehmen wir im Rückzug ein“ – hätten sie Europa eingenommen, so hätten sie auch die Schweiz im Sack gehabt, aber ganz, funktionsfähig, mit all den gut ausgebildeten und aufeinander eingespielten Fachleuten, und all den hervorragend funktionierenden Institutionen.

 

Innerhalb der genialen Strategien von General Guisan leistete das Schweizer Volk seinen Beitrag zur Freiheit unseres Landes, ohne zu ahnen was die eigentliche Absicht des grossen Mannes war. Die Entbehrungen welche die Aktivdienst-Generation auf sich nahm waren echt und ebenso hart wie sie es gewesen wären hätten ‚wir’ die Achsenmächte mit einem starken Heer vor einem Angriff auf unser Land abgehalten.

 

Die Schweiz war von Nazis, Faschisten und Vichy-Leuten umgeben, eingeschlossen, in den Klammergriff genommen, und musste aus Not kooperieren, wogegen wir Heutigen ohne Not mit allerlei trüben Gestalten kooperieren. Es liegt nicht an uns, die Aktivdienst-Generation von oben herab zu behandeln.

 

Zürich und die Schweiz

 

Dr. Sigmund Widmer, vormaliger Stadtpräsident von Zürich, dann im Nationalrat, ein Mann von körperlicher und geistiger Statur, verfasste eine wöchentliche Kolumne im einstigen Züri-Leu. Im Hinblick auf einen Jahreswechsel schrieb er: „Die Schweiz kann nur überleben, wenn aus dem Werkplatz Schweiz ein Denkplatz wird“. Leider hat man nicht auf ihn gehört. Die FDP verwandelte Zürich in eine Bank. Die SP verwandelt Zürich in einen Rummelplatz. Lärm und Drogen. Je lauter desto Kultur. Der Tagesanzeiger beklagt seit vielen Jahren das angebliche Schweigen der Intellektuellen, aber gewährt unsereins keinen Raum. Das musste auch ein namhafter Schriftsteller erfahren. Wenn ich mein amerikanisches notebook öffne sagt es mir: invent. In der Schweiz heisst es: Formulare ausfüllen …

 

Das längste Formular, ganze 70 (siebzig) Seiten, bekam ich von einer Institution der SP, nämlich der Eidgenössischen Kommission für Menschenrechte und gegen Rassismus, welche 2001 um Projekte im Bereich Bildung bat. Ich gab zwei Projekte ein, Für eine faire Kulturgeschichte und Für einen neuen Mathematik-Unterricht auf der Basis einer fairen Kulturgeschichte. Darin standen Zitate aus aktuellen Schulbüchern des Zürcher Lehrmittel-Verlages, welche Geometrie und Mathematik als europäische Erfindung ausgeben. Nach einigen Monaten bekam ich zwei Absagen von Christine Kaufmann, damals Chefsekretärin von Bundesrätin Ruth Dreyfuss, heute Ombudsfrau der Stadt Zürich. Sie beschied mir, dass ich meine Projekte im falschen Bereich eingab. Das wunderte mich. Also schrieb ich zurück, und bekam Antwort von Michele Galizia: ja, es sei so, ich hätte meine Projekte im falschen Bereich eingegeben, hiermit sei die Korrespondenz beendet, anbei die Unterlagen für Jugendsport … Aha, Kulturgeschichte und Mathematik-Unterricht gehören nicht zur Bildung sondern in den Jugendsport !?! Ich schrieb dem damaligen Präsidenten der Kommission, Professor Georg Kreis; keine Antwort. In der SP ortet man den Rassismus am rechten Rand der SVP und übersieht den eigenen Rassismus von oben herab, von der akademischen Ebene in die Schulen in die Köpfe der Kinder, welche lernen, dass die Zivilisation einschliesslich der Geometrie und Mathematik eine europäische Erfindung sei. Wer von aussen kommt, ist dann zum Vornherein Bittsteller.

 

Eine prosperierende globale Gesellschaft erfordert eine faire Kulturgeschichte, welche die Leistungen und Beiträge aller Völker würdigt, auch in der Mathematik, welche als Logik des Bauens und Erhaltens einen besonderen Platz einnimmt. Aber mit einem solchen leisen kulturellen Anliegen hat man in der Schweiz keine Chance, kann nichts publizieren, läuft ins Messer. Also arbeite ich für amerikanische Archive. Da werde ich auch angegriffen, aber ich kann publizieren. Kürzlich stand ein amerikanisches Forum für Mathematik-Geschichte vor dem Aus. Ich schrieb einen offenen Brief an den amerikanischen Präsidenten Barack Obama und legte darin meine Meinung dar. Wenn wir die anstehenden globalen Probleme lösen wollen, sind wir auf die Mitarbeit von guten Leuten aus aller Welt angewiesen. Eine faire Kulturgeschichte sei dafür unerlässlich. Der Brief half, wer immer ihn las, das Forum blieb erhalten. (Sie finden den Brief im Anhang, er ist kurz und bündig.)

 

In der Primarschule lasen wir in einem der SJW Heftchen, die ich liebte, die Geschichte von einem Milchmädchen das mit einem Korb frischer Eier zum Markt ging und dabei ins Träumen kam. Wenn sie alle Eier verkauft kann sie ein weiteres Huhn erstehen, mehr Hühner legen mehr Eier, mit dem Erlös kann sie noch mehr Hühner kaufen, bald ist sie reich … Aber da stolpert sie über einen Stein, der Korb fällt zu Boden, die Eier zerbrechen, aus der Traum. Die Geschichte ist unfair, denn Frauen können im allgemeinen besser haushalten. Man müsste sie neu erzählen, als Buben-Rechnung welche zum neuen Geschäftsmodell der Schweiz avancierte. Christoph Blocher sagte: Wir holen die besten Leute ins Land … Diese generieren Geld für uns, damit kaufen wir weitere Topleute ein, diese generieren noch mehr Geld, das Rezept ist unfehlbar! Wir können Bildung und Forschung herunterfahren. Wir rufen nach Innovation aber das sind Sprüche. Wir kaufen Innovation ein. Leute mit neuen Ideen sind mühsam, wir ersparen uns den Knatsch, wir kaufen ein was wir brauchen. Wir vermögen das. Die Geldströme werden nie versiegen. Als Bank und grösste Vermögensverwalterin der Welt müssen wir keine Ahnung von Mathematik haben, wir kaufen ganz einfach mathematisches Können und Risikobewertung ein. Mit dem notorischen Miesmacher von der ETH und seinen ‚unkalkulierbaren Risiken’ müssen wir uns nicht abgeben, geschieht ihm recht dass er in keinem renommierten Journal publizieren kann. Und was hat uns Benoit Mandelbrot damals erzählt? Was soll der Unsinn vom Boot und den flachen und hohen Wellen? Sind wir in einer Bibelstunde, wo der Pfarrer in Gleichnissen redet? Wir ziehen die Sprache des Geldes vor, die versteht jeder, und das Geld kommt in rauhen Mengen herein … War nur leider ein Stein im Weg, der Korb fiel zu Boden, die Eier zerbrachen, aber es waren sehr teure Eier, der Bundesrat musste 66 (sechsundsechzig) Milliarden (Milliarden) Franken einschiessen, übers Wochenende, am Parlament vorbei.

 

Anfang 1999 war ich an der ersten Preisverleihung einer venture Firma in der Aula der ETH. Zehn junge Teams mit weltmarktreifen Produkten erhielten einen Preis von sage und schreibe je tausend Franken. Matthias Cabiallavetta von der frisch gegründeten neuen UBS war zugegen und liess sich als Sponsor bestaunen. Er trug einen grossen Check unter dem Arm, ganze tausend Franken für die innovativen jungen Leute. Was wir nicht wussten: eben in jenen Wochen setzte er eine Milliarde Franken in den Sand, musste dann die Bank verlassen und erhielt einen goldenen Fallschirm von 8 bis 15 Millionen Franken. Ein Gewinner des Wettbewerbes gewann im selben Jahr einen ähnlichen Wettbewerb im Welschen, erhielt aber keinen Rappen von den Banken und sah sich deshalb zum Auswandern genötigt, er ging nach Seattle und arbeitet für Microsoft. An der besagten Preisverleihung in der Aula der ETH sprach ein ehemaliger Manager der ABB, vormals Brown Boveri. Er sagte, dass das liquid crystal display LCD von zwei Ingenieuren der Brown Boveri erfunden aber von den Managern verkannt und „für ein Butterbrot von zehntausend Franken“ nach Japan verkauft worden war. Ein Trilliardengeschäft, einfach so aus der Hand gegeben, weil innovative Leute in der Schweiz nichts gelten --- sie können tun was sie wollen, mit den besten Erfindungen aufwarten, nada. „Ideen fehlt in der Schweiz die Unterstützung“ Bertrand Piccard

 

Soeben berichtete der Tagesanzeiger, dass die einheimischen Forscher und Forscherinnen an unseren Hochschulen in der Minderheit seien. Die jungen Leute würden gut bezahlte Stellen in der Privatwirtschaft vorziehen. Dazu eine Geschichte. Ein Freund von mir war Assistent an der Uni Zürich, der Liebling seines Professors, machte alles für ihn, gab Vorlesungen, erledigte administrative Aufgaben, schrieb wissenschaftliche Berichte und Artikel, welche der Professor unter seinem Namen publizierte, und war einer der vielen ewigen Assistenten, die in der Lehre verschlissen werden und darüber kaum Zeit für ihre Dissertation finden. Als der Professor emeritierte, wurde eine deutsche Professorin als Nachfolgerin berufen. Sie sagte meinem Freund, er solle sie bitte in den Betrieb einführen, er dürfe dann bleiben. Er führte sie ein, danach musste er gehen, während sie eine deutsche Seilschaft nachzog. Inzwischen ist er Direktor eines Schweizerischen Institutes für Kooperation in einem Europäischen Krisenherd; sogar Amerikaner kommen an seine hearings, er ist ein fähiger Mann, aber wurde von der Universität ausgetrickst. Deutsche Doktoranden können sich ganz der Forschung widmen, und so geschieht es, dass mittelmässige Deutsche besser dastehen als unsere eigenen Spitzenleute. Eine emeritierte Professorin in einem naturwissenschaftlichen Fach sagte mir, sie seien früher ein internationales Team gewesen, inzwischen werde germanisiert.

 

Meine persönliche Geschichte fügt sich in ein allgemeines Muster. Keine Chance. Jeder Lärmer gilt mehr als ich. Alle meine wissenschaftlichen Arbeiten und Einsichten werden im Vornherein abgelehnt. Der Nationalfonds sei besorgt wegen des schwindenden Anteils von Schweizer Forschern und Forscherinnen, hiess es im Tagesanzeiger. Vom Nationalfonds bekam ich vor zwei Jahren wieder einmal eine kurz-und-schnurz Absage. Dann erfuhr ich, dass derselbe Nationalfonds ein Projekt in Sachen Bildforschung unterstütze, welches an die dreissig Leute umfasse, der Leiter ein deutscher Professor, rund die Hälfte Deutsche, der Nationalfonds zahle 7,1 Millionen, die Uni Basel steuere 7,9 Millionen bei, man wolle die Bildforschung neu erfinden – dabei beginnt man dort wo ich 1974 begann, diesen Herbst vor 35 Jahren, nur begann ich mit Einsichten statt Geld, geschweige denn Millionen. Ich arbeitete damals an einem Buch, das ich  abc  nannte. Es ging um Sprache, Kultur, und Wahrnehmung. Der Teil über die Wahrnehmung enthielt eine Interpretation von Leonardo da Vincis Mona Lisa als einem Gleichnis des Sehens. In den 1980er Jahren bekam ich die denkwürdigste Absage meines Lebens vom Magazin des Tagesanzeigers: Meine Arbeit wäre sehr interessant (erster Bescheid) nur interessiere sich leider niemand dafür, weil nach Meinung der gesamten Redaktion schon alles über die Mona Lisa gesagt sei (zweiter Bescheid).

 

Die internationalen Geldströme werden ewig unsere Auen bewässern, was sollen wir uns da um Querköpfe und ihre Schrullen kümmern? Wir brauchen keine innovativen Leute im eigenen Land, wir kaufen Innovation ein … Aus der gegenwärtigen Krise werden keine Lehren gezogen, ich sehe die Schweiz gefangen in der obigen Milchmädchen- oder vielmehr Buben-Rechnung. Im Militär pflegte ich zu sagen, dass wir die Schweiz weniger mit Waffen als mit Intelligenz verteidigen müssen. Mein eigentlicher Dienst begann nach meinen regulären Dienstjahren. Ich sehe die Schweiz in Gefahr. Nichts davon im Landesmuseum, dafür Selbstgerechtigkeit gegenüber der Aktivdienst-Generation.

 

Aus den Gründen, die ich oben erwähne, gehe ich nicht mehr stimmen und wählen. Die SP kann ich nicht mehr wählen, eine andere Partei auch nicht, also bleibe ich den Wahlen fern, schreibe jedoch Briefe. Ich habe auch Sie nicht gewählt, Frau Mauch, habe mich aber sehr über Ihre Wahl gefreut.

 

Mit freundlichen Grüssen, Franz Gnaedinger, Zürich

 

 

Open letter to President Barack Obama (fair history of civilization), posted to the math-history-list on July 12, 2009 // Dear Mr. President Barack Obama, // a prospering global society requires a fair history of civilization, including a fair history of mathematics. Mathematics may be called the logic of building and maintaining. The earliest mathematics I found so far is the ingenious lunisolar calendar from Lebombo, Central Equatorial Africa, 35,000 years old. Another big leap in the development of mathematics occurred again on the African continent, in ancient Egypt, where I found a whole mathematical cosmos below the level of Greek mathematics, based on addition, including number columns for the approximation of the square roots of 2 and 3 and 5 and the cube root of 2, additive number sequences that generate good values of an irrational number such as pi from a poor and a mediocre one, and excellent values from a mediocre and a good one, and even a systematic method for the calculation of the circle based on the Sacred Triangle 3-4-5, two thousand years before Archimedes … The math-history-list is a forum where these insights could be published, not right from the begin but in recent years. Now this forum is being closed down. I believe that such a forum – a new one if the old one can’t be saved – is important in writing a new and fair history of mathematics, as part of a fair history of civilization that will encourage good people all over the world to join our common effort in solving the global problems we are facing today. // Sincerely, Franz Gnaedinger, Zurich

 

 

 

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