Linda Magos (Limmat); Menhire Käferberg Zürich / Franz Gnaedinger, fgn(a)bluemail.ch, fg(a)seshat.ch, www.seshat.ch

 

 

 

Linda Magos (Limmat)

 

Die Zürcher Gewässer waren mir seit jeher Inspiration. In früheren Jahren sammelte ich schön geschliffene Kiesel mit prägnanten Formen, längliche, flache Ovale, kugelförmige, Dreiecke, usw., die ich zu Alphabeten aneinanderreihte. Damals prägte ich meinen Sinn für Steinformen, was mir für meine Interpretationen der Menhire in der Romandie sehr zugute kommt. Mancher Spleen aus den Jugendjahren erweist sich später als nützlich und brauchbar.

 

Ich wohne beim Zusammenfluss der Limmat und der Sihl, nahe beim unteren Ende des Platzspitzes, wo James Joyce gerne auf das Wasser sah, und wo man noch heute, nahe beim Hauptbahnhof Zürich, auf eine Wasserlandschaft wie in einem Bild eines französischen Impressionisten blickt. Als Referenz an die Zürcher Gewässer folgen ein paar Aufnahmen von einem Spazierung an einem Nachmittag am frühen Herbst an der Limmat, welche einst Linda Magos geheissen haben soll: Grosse Schlange.

 

Zunächst ein Blick vom Fenster meiner Mansarde auf die Bäume des Platzspitz-Parkes, an einem Gewitterabend im späten Sommer (links die ETH; in der Mitte, hinter einem Baum hervorschauend, die Kuppel der Universität; rechts Türmchen des Landesmuseums); Ausschnitt, Panorama  Linda 1 / Reflexion eines Hauses in der Limmat, im frühen Herbst  Linda 2 / Kinderspiel am Ufer der Werdinsel, im Wasser ausgelegte Steine  Linda 3 / Enten, Wellenmuster, Reflexe von Bäumen  Linda 4 / Ein altes Lagerhaus an der Limmat, Spraybilder  Linda 5 / Das inzwischen arg bedrängte Quartierhaus 5, auf der anderen Seite befindet sich allerdings ein grosser Garten als Spielplatz für Kinder  Linda 6

 

Zweiter Spaziergang, Mitte Oktober 2003. Blick über die Limmat, nach dem Zusammenfluss von Sihl und Limmat, hundert Meter von meinem Wohnhaus  Linda 7a / Hören Sie den Hund im offenen Eingang bellen?  Linda 7b / Blick auf die Stadt vom Moränenhügel der Waid, etwas links von der Mitte hell die Limmat, im Nebel  Linda 7c / Herbstlaub, Ziersträucher in einem Garten  Linda 7d / Zwei Kräne oberhalb der Dorfkirche Höngg  Linda 7e / Hübscher Hauseingang  Linda 7f / Wehmütiger Blick auf die Werdinsel (rechtes Ufer), ein Sommerparadies, unterhalb eines Stauwehrs  Linda 7g / Spazierweg der Limmat lang, Höhe Stadtmühle, unter der Eisenbahnbrücke (im rechten Ausschnitt) erahnt man die Kuppel der Universität  Linda 7h

 

Bilder vom Zusammenfluss der Sihl und der Limmat, an einem sonnigen Nachmittag im frühen November. Blick auf die James-Joyce-Kanzel und die Hafnerstrasse (die vielbefahrene laute Strasse im Schatten verborgen)  Linda 7i / Panorama: Limmat mit Peterskirche (links oben), Limmat mit Hotel Zürich (links unten), Brunnen auf dem Platzspitz bei der James-Joyce-Kanzel (oben), Sihl beim Hauptbahnhof (oben), Sihl beim Platzspitz mit einem Turm des Landesmuseums (unten), Blick auf die Hafnerstrasse (oben), Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich HGKZ (oben), Limmatkanal und Jugendhaus Drahtschmidli (oben rechts), Limmat (unten), Linmmatkanal mit Strandbad Oberer Letten (unten rechts)  Linda 7j

 

Januar 2004, Blick über die Sihl auf den Hauptbahnhof Zürich, im Schnee, der leider nur ein paar Tage hielt  Linda 7k / Mein Mansärdchen an der Hafnerstrasse  Linda 7l

 

Mai 2004, Blick auf die Limmat, vom Höhenweg beim Drahtschmidli  Linda 7m / Höhenweg, Blick auf die Stadt  Linda 7n / Limmatstrasse am Abend, Hochhaus der Migros  Linda 7o // Morgendlicher Blick aus meinem Fenster  Linda 7p

 

 

 

Die Menhire auf dem Käferberg, Zürich

 

Von der Waid hat man einen prächtigen Blick auf Zürich, hier nocheinmal das Panorama vom November 2003  Linda 7c  Ohne Nebel sähe man auf den See, bei föhn den Kranz der Glarner Alpen. Die Waid liegt am Käferberg, einem recht steilen Moränenhügel, welchen der Linth-Gletscher aufhäufte. Von der Waid sind es ein paar Gehminuten auf die Kuppe des Käferbergs. In der Kuppe befindet sich eine weiträumige Senke mit einem Weiher. Neben dem Weiher kamen vor ein paar Jahren sechs Menhire zum Vorschein. Die fein geschliffenen Steine sind wohl jünger als die Menhire in der Westschweiz und den Alpen, vielleicht zwischen 3000 und 2000 Jahre alt. Sie dürften aus Findlingen aus Taveyannaz-Sandstein bestehen, die vom Linth-Gletscher aus dem hinteren Glarnertal herbeigeschafft worden waren. Sollten die Sockel aus Nagelfluh original sein, so stand ein Menhir schräg, der andere lag. Der grösste Menhir erinnert an einen Buchenstamm; der schräge Menhir daneben ein wenig an einen Tannzapfen; der zweite grosse Menhir je nach Blickwinkel an ein Blatt, eine Feder oder einen Fisch; der liegende Menhir erinnert an ein trächtiges Schaf, mit einer Wölbung auf einer Seite, Reihen kleiner Eintiefungen auf der anderen Seite; der geschwungene kleine Menhir an einen Aal, je nach Blickwinkel an den Kopf oder Schwanz; der kleine Menhir in der Mitte ist oben abgeschrägt oder gebrochen. Die Menhire stehen unmittelbar neben dem Froschweiher. Circa 100 m nordwestlich von den Menhiren liegt ein rötlicher Stein mit einer weiten flachen Höhlung. Geht man in derselben Richtung etwa 150 m weiter, so gelangt man auf einen möglichen Tumulus auf der Höhe der Krete des Käferberges. Die sprechenden Formen der Menhire suggerieren ein Heiligtum, das der Fruchtbarkeit geweiht war, in Zusammenhang mit einem allfälligen Tumulus, einem Grab, wäre die Fruchtbarkeit eine Gabe an den Verstorbenen für sein nächstes Leben. Hier ein paar Bilder vom regnerischen Nachmittag des 16. Juni 2004, auf dem nur einige der oben genannten Formen zu sehen sind, andere zeigten sich erst bei einem weiteren Besuch der Anlage am Morgen des 17. Juni, da hatte ich allerdings keine Kamera dabei.

 

Meine liebste Aufnahme aller 6 Menhire:  Linda 8g

 

Aufnahmen mit allen 6 Menhiren, ringsherum, in chronologischer Reihenfolge:  Linda 8a / Linda 8b / Linda 8c / Linda 8d / Linda 8e / Linda 8f / Linda 8g

 

Die „Buche“ links vorne ist ein Menhir  Linda 8e

 

Liegender Menhir, „trächtiges Schaf“; auf der linken Seite sieht man den geschwollenen Bauch, auf der rechten Seite eine vertikale Reihe und einen Kreis (?) eingetiefter Marken  Linda 8h

 

„Aal“ und „Buche“  Linda 8i

 

Der zweitgrösste Menhir von seiner schlanken Seite her (Feder, Blatt, Fisch), schön zu sehen der Sockel aus Nagelfluh  Linda 8j

 

Drei Menhire, vorne der „Aal“  Linda 8k

 

Plan der Anlage. Nördlich der Menhire ein Teich, nordwestlich ein Stein mit flacher Höhlung, weiter nordwestlich ein möglicher Tumulus auf der Krete des Käferbergs  Linda 8l

 

Korrektur. Die Menhire auf dem Käferberg standen an einem anderen Ort, beim heutigen Wasserwerk, mit einem weiten Blick auf zwei Flusstäler. Alle Steine standen, auch mein ‚Schaf’.

 

 

 

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